Neues vom NABU-Naturschutzzentrum Federsee
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Aktuelles vom Federsee Mai + Juni 2026
Liebe Naturfreund*innen,
in den nächsten Wochen lohnt sich ein Besuch am Federsee besonders: Die Moorwiesen stehen in Blüte, und Insekten finden ein reichhaltiges Nahrungsangebot vor. Die letzten Brutvögel sind zurückgekehrt, ein vielstimmiges Vogelorchester ist zu hören. Abends und vor allem am frühen Morgen sind die Stimmungen am Schönsten - wer Einsamkeit sucht, sollte einen Wochentag wählen. Am Wochenende ist man mit der Idee, einen Ausflug an den Federsee zu machen, natürlich nicht allein.

Beobachtungstipps für Ihren Besuch finden Sie in unseren Aushängen auf dem Federseesteg und vor dem Zentrum sowie auf unserer Homepage.

Wer Natur gerne mit interessierten Gleichgesinnten genießt, ist bei unseren Führungen gut aufgehoben: Unsere Mitarbeiter*innen zeigen Ihnen unterhaltsam und fachkundig, was gerade im Moor zu sehen ist.

Unsere öffentlichen Termine finden Sie in unserem Veranstaltungskalender (www.NABU-Federsee.de).
Etwas Interessantes gefunden, aber an dem Termin keine Zeit? Wir nehmen auch Gruppenbuchungen nach Wunschtermin an (Info-Tel. 07582/1778-1).

Mit freundlichen Grüßen
 
Kerstin Beck
Öffentlichkeitsarbeit & Umweltbildung
 
 
Dr. Katrin Fritzsch
Leiterin des NABU-Zentrums Federsee
 
Beobachtungstipps
Naturbeobachtung im Mai und Juni
Familienzeit & magische Stimmungen
Foto: NABU/Kerstin Beck
Im Mai sind viele Tiere und Pflanzen im Fortpflanzungsmodus: Brutreviere werden mit lautem Gesang verteidigt, Eier bebrütet und Junge geführt. Pflanzenblüten locken Bestäuber an oder präsentieren ihren Pollen dem Wind zur Mitnahme. Die farbgebenden Pflanzen wechseln sich auf den Moorwiesen ab: Aktuell ist es der gelb blühende Hahnenfuß. 
Im Schilfröhricht singen Rohrammern, Rohrschwirle, Teich- und Schilfrohrsänger. Rohrweihen brüten in ihren Bodennestern. In wenigen Wochen schlägt der beige Gesamteindruck des Altschilfs in Grün um, wenn das Jungschilf emporwächst.
Aus den Feuchtwiesen hört man den Gesang der Bodenbrüter. Gegen Ende des Monats haben sie Junge im Nest. Über den Wiesen kreisen Rot- und Schwarzmilane, Mäusebussarde und Weißstörche. Turmfalken rütteln, um "stehenzubleiben". 
In den Morgen- und Abendstunden empfehlen wir einen Gang in den Bannwald Staudacher, wenn die Vögel am intensivsten singen.
Kleinspecht: Der kleinste unserer Spechte
Kennzeichen: kein Rot an der Unterseite
Kleinspecht (Foto: Mathias Schäf)
Ein kurzer hoher, schneller Trommelwirbel, kaum später ein nächster: typisch für den Kleinspecht. Er ist in der aktuellen Fassung der Roten Liste B-W als "gfährdet" gelistet.
Ähnlich wie ein Baumläufer oder Kleiber klettert er an der Unterseite von Ästen entlang, teilweise startet er kurze "Ausflüge", um Insekten aus der Luft zu fangen.
 
Feldschwirl und Rohrschwirl unterscheiden
Hier helfen "akustische Eselsbrücken"
Rohrschwirl (Foto: NABU/Klaus Mendla)
Wenngleich man den Feldschwirl eher aus den Moorwiesen hört und den Rohrschwirl häufiger aus dem Schilf - durch den Übergang beider Lebensräume ineinander ist das kein sicheres Bestimmungsmerkmal der äußerlich sehr ähnlichen, unscheinbaren Arten. 
Hier kann man die Stimme zu Hilfe nehmen: Mit etwas Vorstellungskraft ähnelt die des Feldschwirls dem hohen Tickern eines alten Fahrrades oder dem Schwirren einer Heuschrecke, während die des Rohrschwirls dem tieferen Schnurren einer Nähmaschine gleicht.
 
Warum wirken die Moorwiesen mal gelb, mal rosa und mal weiß?
Wechselnder Gesamteindruck durch vorherrschende farbgebende Blüten
Aspekt Mitte Mai (Foto: NABU/Kerstin Beck)
Je nach Untergrundverhältnissen wie Feuchtigkeit und Nährstoffen sowie der Bewirtschaftungsform der Moorwiesen finden jeweils unterschiedliche Pflanzen gute Bedingungen vor. Dann entstehen teilweise scharf begrenzte Farbbereiche: Gelb (Hahnenfuß), Rosa (Rote Lichtnelke, Kuckuckslichtnelke), Weiß (Doldenblütler, Wollgras), Altrosa (Sumpfläusekraut, Bachnelkenwurz).
 
Wo kommen plötzlich die Schwimmblätter her?
Gab es im Winter keine Teichrosen?
Foto: NABU/Kerstin Beck
Im Lauf des Aprils konnte man immer mehr salatartig gekräuselte Unterwasserblätter der Teichrosen entdecken. Dann wachsen aus den im Schlamm liegenden Wurzelstöcken auch die langgestielten Schwimmblätter empor - sie bedecken im Frühsommer große Teile der Seefläche. Auf ihnen kann man häufig Watvögel bei der Insektensuche beobachten.
Im Herbst sterben die oberirdischen Teile ab, die Pflanze selbst überdauert in Form ihres unterirdischen Speicherorgans.
 
Familienausflug trifft Familienausflug
Einblick ins Familienleben
Foto: Heinz Steinacher
Der 1,5 km lange Steg zum  Federsee ist für Kleinkinder eine Geduldsprobe. Aber es lohnt sich: Unterwegs sieht man ganz nah Nester von Höckerschwänen; demnächst führen die Wasservogeleltern ihre Jungen: Als "Elterntaxi" huckepack (Haubentaucher), als "wilder Haufen" (Blässralle) oder eines nach dem anderen hinter einem Elternteil schwimmend (Höckerschwan).
Vom Ende des Stegs aus sieht man auf die Brutflöße der Flussseeschwalben und Lachmöwen.
zu unseren buchbaren Familienangeboten
Naturschutz
Wegegebot schützt Jungtiere
Brut- und Setzzeit hat begonnen
Foto: NABU/Kerstin Beck
Aktuell ist die Einhaltung des Wegegebots in den Naturschutzgebieten im Federseemoor wichtiger denn je: Die Rehkitze sind geboren, in den Nestern der Bodenbrüter sind Eier und Jungvögel. 
Insbesondere Hunde werden von ihnen als vermeintliche Feinde wahrgenommen und versetzen die Elterntiere in Alarm - auch wenn ein Hund nicht jagt, sondern einfach nur bewegungsfreudig auf den Wiesen umherläuft. 
Danke an alle, die auf den Wegen bleiben und den Hund angeleint haben!
Infos zum Naturschutz im Federseemoor
Lachmöwen- und Flussseeschwalbenbruten 
Versetzung des zweiten Brutfloßes 
Foto: NABU/Alina Prinz
Im April hat unser Team auch das zweite, bisher vor Tiefenbach liegende Brutfloß in den Bereich der Plattform am Stegende gezogen. Bereits im letzten Jahr war das erste Floß testweise verlagert worden - mit Erfolg: Elf junge Flussseeschwalben wurden dort flügge.
Infos zur Verlagerung in 2025 (s. Pressemitteilung 12.11.2025)
Service für Gäste
Jetzt last minute Vereinsausflug buchen
Vielfältiges Angebot für Gruppen
Foto: NABU
Beim Ziel für Ihren Vereinsausflug klemmt´s noch?
Gerne bereichern wir Ihren Ausflug mit einem Halbtagsangebot - oder auch verschiedenen Vormittags- und Nachmittagsprogrammen. Für große Gruppen können wir auch parallele Führungen anbieten, oder zeitgleich eine Familiengruppe betreuen.
Info-Tel. 07582/1778-1
Mail an unser Buchungsmanagement
Kostenlose Federseeführung mit AusZeitCARD

Sie sind Gast in einem Beherbergungsbetrieb in Oberschwaben und planen einen Ausflug an den Federsee? Fragen Sie in Ihrer Unterkunft nach der AusZeitCard: Sie inkludiert eine kostenlose NABU-Führung zum Federse inklusive Eintritt in den Federseesteg.

Infos zur Gästekarte AusZeitCARD in Oberschwaben
Kindergeburtstag für kleine Greifvogel-Fans
Arten beobachten und Jagdstrategien kennenlernen
Baumfalke (Foto: NABU/Klaus Mendla)
Warum ein Falke strenggenommen nicht zu den Greifvögeln gehört, ein Fischadler aber schon, welche Jagdstrategien zum Fangerfolg führen und was in einem Gewölle eigentlich drin ist: Das sind die Themen unseres Greifvogel-Geburtstags. Mit Spielen lernen die Kinder typische Situationen im Leben eines Greifvogels kennen.
Anfrage zur Buchung und zu weiteren Themen unserer Geburtstagsprogramme
Umweltbildung
Feuchtwiesenblüte: Welche Farbe soll´s sein?

Anfang Juni blühen die Moorwiesen in bunten Farben - zu erleben am Besten bei unserer Themenführung am Samstag, den 6. Juni um 20 Uhr. Teilnahme ohne Anmeldung. Treffpunkt: NABU-Zentrum Federsee

Besondere Führungen mit Anmeldung
Kleine Gruppen, begrenzte Plätze
Foto: Touristikmarketing Bad Buchau
Bei manchen unserer öffentlichen Führungen vergeben wir nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen, wie beispielsweie bei unseren sonntäglichen Familienführungen, bei Fledermaus- und Biberabenden und bei Spezialführungen zum Thema Vögel.
Anmeldepflichtige Veranstaltungen und Infos zum Anmeldeprozess finden Sie in unserem Veranstaltungsprogramm.
zu unseren öffentlichen Führungen
Bei zwei landesweiten Aktionstagen beteiligt

Mit einer Themenführung "Wo der Rohrspatz schimpft" hat sich das NABU-Zentrum an den von der Umweltakademie B-W organisierten Naturerlebnistagen Anfang Mai beteiligt.
Mit zwei Veranstaltungen sind wir dabei beim "Tag der Artenvielfalt 2026" am zweiten Juniwochenende, organisiert durch den Landesnaturschutzverband LNV: 
- Fledermaus-Abend (Freitag, der 12. Juni um 21 Uhr)
- Abendführung zum Federsee (Samstag, der 13. Juni um 20 Uhr)

 
Sonstiges
NABU-Zentrum erhält barrierefreien Zugang
Weitere Schritte wie barriereärmere Führungsangebote geplant
Übergabe der Rampe (Foto: NABU/Paul Gaub)
Mit der Installation einer Rampe zu unserem oberen Ausstellungsteil gehen wir einen wichtigen Schritt weiter in Richtung Barrierefreiheit. 
Pünktlich zum Beginn unserer auf einen Rollstuhl angewiesenen FÖJlerin Selina Schmid waren die Bauarbeiten abgeschlossen. Ein herzlicher Dank geht an die Stadt Bad Buchau!
mehr
Förderprojekt "Moore, vielfältig wie du!"
Projekt finanziert  Führungen für Gruppen mit Unterstützungsbedarf
Foto: NABU/Kerstin Beck
Dank einer Projektförderung der Annette-Kiefer-Stifung können junge Menschen mit Benachteiligung beim Zugang zu hochwertiger Bildung ein kostenfreies Angebot zum Thema Moor bei uns bekommen - das Besondere: die häufig sehr hohen Transportkosten mit Spezialfahrzeugen zwischen Schule und NABU-Zentrum sind über die Projektförderung abgedeckt.
Interesse an der Anmeldung einer Gruppe?
     
NABU-Naturschutzzentrum Federsee
Federseeweg 6
88422 Bad Buchau

Telefon 0 75 82.15 66
info@NABU-Federsee.de
www.NABU-Federsee.de
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