Neues vom NABU-Naturschutzzentrum Federsee
 
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Foto: NABU/Jost Einstein
 
Aktuelles vom Federsee
März + April 2025
 
 
Lieber Naturfreund, liebe Naturfreundin,
 
wir sind mitten in den Vorbereitungen für den Saisonstart: ab April haben wir wieder Mittwochs bis Sonntags geöffnet. Kommen Sie vor Ihrem Spaziergang in die Federseenatur doch kurz vorbei, wir haben einige neue Module in unserer kleinen Ausstellung.

Ab April starten wir wieder mit unserem Sommerprogramm. Jeden Sonntag Vormittag bieten wir Familienführungen ins Moor an, jeden Dienstag Abend erklären wir Neugierigen den Grund für das puddingartige Gefühl unter unseren Füßen, wenn wir den Wackelwald betreten.

Alle Führungen sind auch als buchbare Angebote für Vereine, Schulen, Kindergärten und Familien erhältlich. Welches Programm für Ihre Gruppe in Frage kommt und wie Sie Ihren Ausflug vor Ort am besten organisieren, erfahren Sie bei unserer Kollegin Sonia Müller, Tel. 07582/1778-1.
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Foto: NABU/Anette Marquardt
Kerstin Wernicke
Öffentlichkeitsarbeit & Umweltbildung
 
Dr. Katrin Fritzsch
Leiterin des NABU-Zentrums Federsee
 
 
Beobachtungstipps
 
 
Naturbeobachtung im März und April
 
Frühling, wir sind bereit - du kannst kommen!

 
 
Foto:NABU/Katrin Fritzsch
 
Obwohl die Moorwiesen erst spät in den Frühlingsaspekt wechseln, ist der Winter vorbei. Der Frühling ist bereits hörbar: in den ersten Balzgesängen von Kohlmeisen, Staren und Amseln. Die ersten Rohrammern sind zurück. Auch Feldlerchen und andere Kurzstreckenzieher kommen bereits im März zurück und besetzen ihre Reviere.
Auf dem Federsee beobachtet man jetzt eine "bunte Mischung": Letzte Wintergäste sind noch da, durchziehende Entenarten, Möwen und Kormorane rasten noch, während die ersten Brutvögel bereits mit den Vorbereitungen zur Fortpflanzung beginnen. Blässrallen und Höckerschwäne stecken in erbitterten Kämpfen ihre Reviere ab. Abends und morgens hört man die eigentümlich-schaurigen Balzrufe der Wasserrallen. Ab Mitte März kann man die ersten Rohrweihen entdecken, sie haben in Afrika überwintert. Sie versuchen sich gegenseitig durch imposante Flugmanöwer zu beeindrucken. Im April transportieren sie Schilfhalme, um im Röhricht ihr Nest am Boden zu bauen. 
Ab ca. Mitte April beziehen auch die Braunkehlchen wieder ihre Reviere und lassen von hohen Stauden ihren Balzgesang hören. Auch der Kuckuck als traditioneller Frühlingsbote ist dann wieder präsent.
Fans von Vogelstimmenkonzerten kommen im Banngebiet Staudacher bereits im März auf ihre Kosten, denn Zaunkönig, Rotkehlchen, Buchfink, Kleiber, Meisen, Amsel, Singdrossel und Ringeltaube sorgen für ein erstes Klangerlebnis nach dem eher ruhigen Winter. Später gesellen sich noch Goldhähnchen, Fitis, Zilpzalp und Mönchsgrasmücke dazu. 

 
 
Höckerschwäne stecken ihre Reviere ab
Jetzt geht es um Alles oder Nichts
Foto: Jürgen Braun
Foto:Jürgen Braun
Im März geht bei den Höckerschwänen, Graugänsen und Blässrallen der Streit um die besten Nistplätze los. Die Revierkämpfe sind oft heftig - dabei ist der Wettbewerb nicht nur innerartlich; auch verschiedene Arten konkurrieren um Reviere. Insbesondere Höckerschwäne sind ausgesprochen territorial. Dabei ist das anmutig wirkende, kreisförmige Schwimmen zweier Tiere keineswegs ein Tanz von Verliebten, sondern ein ritualisiertes Revierabstecken zweier Gegner entlang einer imaginären Grenze - bevor es zur tatkräftigen Auseinandersetzung kommt.

 
 
Jetzt am Start: Frühblüher 
Erste Schnellstarter auf den Wiesen
Foto: NABU/Katrin Fritzsch
Foto: NABU/Katrin Fritzsch
Gegen Ende März treiben die ersten Frühlingsboten auf den Moorwiesen aus. Dank Nährstoffspeicherung in ihren Knollen haben Schlüsselblume & Co. genug "Startkapital", um mit den ersten warmen Sonnenstrahlen schnell loswachsen zu können, bevor andere Pflanzen ihnen im Kampf um das Licht überlegen sind.
Die bei uns vorkommende Schlüsselblumenart ist die Hohe Schlüsselblume.

 
 
Was knackt da im Schilf?
Physik steckt hinter seltsamen Geräuschen
Foto: NABU/Kerstin Wernicke
Foto: NABU/Kerstin Wernicke
Geht man nach einer kalten Nacht in der frühen Morgensonne den Steg entlang und lauscht ganz genau, hört man gelegentlich ein leises Knacken im Schilf. Mit zunehmender Erwärmung verliert es sich.
Das Geräusch entsteht durch Spannungen im Schilf: Verhakte Pflanzenteile lösen sich mit der morgendlichen Erwärmung.
 
 
Stare bilden kleine Frühjahrsschwärme 
Gemeinsames Nachtquartier im Schilf
Foto: Bettina Fieber
Foto: Bettina Fieber
Aktuell sieht man wieder Starenschwärme, die zum gemeinsamen Übernachten ins Schilf einfliegen. 
Stare nutzen das ganze Jahr über gemeinsame Schlafplätze, besonders im Frühjahr und im Herbst. So beeindruckend die Flugformationen auch sind - sie haben einen ernsten Hintergrund. Sie schützen vor Angreifern aus der Luft, die es schwer haben, inmitten des Schwarms einen einzelnen Vogel zu fixieren.

 
 
Im April kommen die Schwarzkehlchen zurück
Mit etwas Glück am Federseesteg zu sehen
Foto: NABU/Klaus Mendla
Foto: NABU/Klaus Mendla
Im nächsten Monat kommen die ersten Schwarzkehlchen aus ihren Winterquartieren rund ums Mittelmeer zurück. Die Männchen erkennt man am schwarzen Oberkopf und Nacken. 1999 wurde erstmals ein Schwarzkehlenrevier am Federsee beobachtet, inzwischen ist der Bestand deutlich gestiegen. Schwarzkehlchen besetzen ähnliche Habitate wie Braunkehlchen, tolerieren aber etwas stärkere Verbuschung. Knapp 30 Reviere wurden letztes Jahr im Federseemoor festgestellt.

 
 
Nestbau bei Graureihers
Mit Zweigen im Schnabel unterwegs
Foto: Bettina Fieber
Foto: Bettina Fieber
Die Graureiher bessern jetzt ihre alten, auf hohen Bäumen gelegenen Nester aus. Dann sieht man gelegentlich Exemplare mit Nistmaterial im Schnabel. Meist tragen die Männchen Material zu, beide Partner bauen es ein. Ab Mitte März liegen die ersten Eier im Nest. Ihre Kinderstube verbessern Graureiher beständig weiter, sogar noch während der Jungenaufzucht.

 
 
Mehr aktuelle Tipps zur Naturbeobachtung
 
 
Naturschutz
 
 
Winterliche Gehölzpflege beendet
Auf rund 80 Hektar Gehölzmahd
Foto: NABU/Joshua Glaser
Foto: NABU/Joshua Glaser
Der wochenlang gefrorene Boden hat in diesem Winter die Gehölzmahd stark vereinfacht. Auf rund 80 Hektar der zentralen Riedflächen und auf den Hochmoorresten erfolgte eine manuelle Bearbeitung mit Motorsensen - das Ziel ist die Erhaltung einer halboffenen Landschaft. 
Danke an unser Freiwilligenteam für den geduldigen und anstrengenden Einsatz!
 
 
2024 war ein überdurchschnittlich warmes Jahr
Weiter ansteigende Jahresdurchschnittstemperaturen
Grafik: NABU/Katrin Fritzsch
Grafik: NABU/Katrin Fritzsch
Seit Beginn der Wetterdokumentation am Federsee im Jahr 1982 zeigt sich: Trotz gelegentlicher kühlerer Ausreißer steigt die gemittelte Temperatur stetig an. Im Jahr 2023 hat die Temperaturlinie erstmals die 10 °C-Marke überschritten. Für an eher kühlere Moorstandorte angepasste Arten stellt dies eine große Schwierigkeit dar.
 
 
Service für Gäste
 
 

Sommeröffnungszeiten ab April

Noch bis Ende März haben wir Donnerstags von 13 - 17 Uhr geöffnet. Ab April öffnen wir Mi bis So von 13 - 17 Uhr. Der Eintritt in unsere Ausstellung ist frei.
Hier gelangen Sie zu unseren Öffnungszeiten: Öffnungszeiten Winter und Sommer

 
 
 
Hecht und Wels neu präsentiert
Dem Wels ins Maul schauen   
Foto: NABU/Kerstin Wernicke
Foto: NABU/Kerstin Wernicke
Nach dem Ende der Mäharbeiten haben wir unseren unteren Ausstellungsraum umgestaltet. Unsere Fischpräparate präsentieren wir jetzt dreidimensional - für Gäste die Gelegenheit, einem Wels einmal direkt ins Maul zu schauen. Auch unser Biberpräparat ist jetzt wirkungsvoll in Szene gesetzt. 
Schauen Sie vor Ihrem nächsten Spaziergang in die Federseenatur vorbei und holen Sie sich gleichzeitig aktuelle Beobachtungstipps ab!
 
 
 
Neue Zeigemappen für Führungen
Förderprojekt von der Kreissparkasse Biberach
Foto: NABU/Ronja Illich
Foto: NABU/Ronja Illich
Dort vorn sitzt ein kleiner Vogel auf einer hohen Staude und singt auffällig - aber Sie sind nicht so geübt, das kleine Objekt durchs Fernglas wiederzufinden und zu fokussieren? Jetzt wäre ein großes Bild gut...
Mit den von der Kreissparkasse Biberach geförderten Zeigemappen können unsere NABU-Mitarbeitenden die unterwegs entdeckten Tiere und Pflanzen "in groß" zeigen, während sie ihren Führungsgästen interesssante Details zu Aussehen, Verhalten und Anpassungsstrategien erzählen.
 
 
 
Rundsteg in der Bannwaldwiese wieder nutzbar
Sperrung vorerst aufgehoben
Foto: NABU/Florian Diegritz
Foto: NABU/Florian Diegritz
Nach dem Ende der winterlichen NABU-Pflegearbeiten kann die Sperrung der Bannwaldwiese aufgehoben werden. Sie war notwendig geworden, weil das NABU-Team dort immer wieder auf unschöne Hinterlassenschaften getroffen war - unzumutbare Arbeitsbedingungen für den NABU, der diese Fläche seit Jahrzehnten in Handarbeit offenhält, als Schauwiese für Besucher*innen. Nirgendwo sonst im Gebiet haben Spaziergänger*innen die Möglichkeit, außergewöhnliche Moorpflanzen wie das Eiszeitrelikt Karlszepter zu sehen.
 
 
 

Bauanleitungen für Nistkäsen

Noch ein Bauprojekt für den Vorfrühling gesucht? Höchste Zeit, Nisthilfen zu bauen. Sie sind sinnvoll, wenn im eigenen Garten und in der Umgebung Naturhöhlen oder alte Bäume fehlen.
Die Bauanleitungen des NABU-Bundesverbandes zeigen Schritt für Schritt, wie es geht.
Hier geht es zu den Bauanleitungen: Bauanleitungen
 
 
Umweltbildung
 
 
Frühjahrsthemen bei unseren Führungen
 
"Frühjahrsvogelzug" und "Frühlingsboten" als Spezialthemen

 
Bild: NABU/Klaus Mendla
 
Foto: NABU/Klaus Mendla
In der Themenführung gestern haben wir uns mit der Rolle des Federsees als Raststation während des Vogelzugs beschäftigt. Leider verpasst? Unser Tipp: Das Angebot ist auch für Gruppen buchbar (Infos: Tel. 07582/1778-1).

Bei der öffentlichen Themenführung am ersten Samstag im April entdecken wir gemeinsam die ersten Frühlingsboten im Federseemoor (Sa, 5. April - 18.30 Uhr).
Start: am NABU-Zentrum.
Teilnahme ohne Anmeldung. 

weitere Führungstermine
 
 
 

Immer Dienstags heißt es: Bäumewackeln!

Ab April gehen wir immer Dienstag Abend dem Phänomen des schwankenden Moorbodens auf den Grund - unsere Führung in den Wackelwald verbindet Spaß, Action und ideenreich vermitteltes Hintergrundwissen über die Federseenatur.

Hier geht es zu unserem Terminkalender: Öffentliche Führungen
 
 
 

Ab April: Jeden Sonntag Familienführung

Ab April bieten wir immer Sonntags um 10 Uhr Familienführungen ins Federseemoor an, denen man sich ohne Anmeldung anschließen kann. Die Themen wechseln, daher lohnt es sich, einfach immer mal wieder vorbeizuschauen. 

Hier geht es zu unserem Terminkalender: Öffentliche Führungen
 
 
Sonstiges
 
 

Den Garten frühlingsfit machen, aber ohne Torf!

Wenn die Gartensaison losgeht, haben wir eine Bitte: Gärtnern Sie torffrei.
Für die Herstellung torfhaltiger Garten- und Friedhofserden werden Moorflächen abgebaut und damit die Lebensräume für eine speziell auf Moore angewiesene Gemeinschaft aus Tieren und Pflanzen zerstört. 

Im Naturschutzzentrum und auf unseren Führungen erhalten Sie kostenlos eine kleine Broschüre über torffreies Gärtnern.
 
 
 

Idee zum Geburtstag: Spenden statt Geschenke

Ein runder Geburtstag steht bevor - aber Blumen, Pralinen oder Geld decken nicht das ab, was Sie möchten? Sie wünschen sich von Ihren Gästen etwas Nachhaltiges?
Im letzten Jahr haben wir einige Spenden von Jubilaren erhalten, die sich statt Geschenken explizit eine Unterstützung der NABU-Arbeit am Federsee gewünscht hatten. Wir sagen herzlich Danke für diese tolle Idee!

Nähere Informationen zu dieser Möglichkeit
 
 
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NABU-Naturschutzzentrum Federsee
Federseeweg 6
88422 Bad Buchau
Telefon 0 75 82-15 66
info@NABU-Federsee.de
www.NABU-Federsee.de
 
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