Neues vom NABU-Naturschutzzentrum Federsee
 
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Aktuelles vom Federsee
Juni 2021
 
 
Lieber Naturfreund, liebe Naturfreundin,
 
im Juni stehen Kuckuckslichtnelke, Scharfer Hahnenfuß, Bachkratzdistel, Wiesenknöterich und Bachnelkenwurz in voller Blüte - ein Ausflug an den Federsee lohnt sich!
Da jedoch im Wackelwald und auf dem Federseesteg das Abstand-Halten schwierig ist, empfehlen wir, Spaziergänge nicht gerade auf den Sonntag Nachmittag zu legen. 

 
Mit freundlichen Grüßen
 
Kerstin Wernicke
Öffentlichkeitsarbeit & Umweltbildung
 
Dr. Katrin Fritzsch
Leiterin des NABU-Zentrums Federsee
 
 
 
Naturbeobachtung im Juni
 
Aparte Farbspektren auf den Moorwiesen
 
 
Foto: Roman Schönle
 
Die Rohrammern, Braunkehlchen, Feldschwirle und Feldlerchen sind mitten im Brutgeschäft – weil sie hauptsächlich mit Füttern beschäftigt sind, wird ihr Gesang spärlicher. Über den Wiesen kann man verschiedene Greifvogelarten beobachten: Rohrweihen, Rot- und Schwarzmilane, Turmfalken und Mäusebussarde. Durch die Blüten von Bachkratzdistel, Wiesenknöterich, Kuckuckslichtnelke, Scharfem Hahnenfuß, Bachnelkenwurz und Sumpfläusekraut erscheinen die Wiesen in bunten Farben.
Auch im Schilf singen Teichrohrsänger, Rohrammern und Rohrschwirle jetzt weniger. Dafür lohnt sich jetzt ein Blick nach oben: die Rohrweihenmännchen übergeben ihren Weibchen die gefangenen Mäuse im Flug.
Über dem Wasser jagen Flussseeschwalben. Als Stoßtaucher erbeuten sie an der Wasseroberfläche kleine Fische und Insekten.
Im Banngebiet Staudacher ist das Vogelstimmenkonzert abgeebbt. Zu beiden Seiten des Stegs kann man die hübschen Schachtelhalme sehen, die in den Gräben wachsen. 
 
 
 
Fünf Seeschwalbenarten am Federsee
 
Schlanke, wendige Fischjäger
 
 
Foto: Andreas Weith
Gleich fünf verschiedene Arten von Seeschwalben konnten Ornithologen in letzter Zeit am See beobachten: Neben der hier brütenden Flussseeschwalbe waren dies die Trauerseeschwalbe, die Weißbartseeschwalbe, die Weißflügelseeschwalbe und schließlich die Küstenseeschwalbe.
Von der Plattform am Ende des Stegs, in Richtung NO schauend, kann man die Brutflöße der Flussseeschwalben in der Tiefenbacher Bucht verankert liegen sehen. Im letzten Jahr haben dort über 30 Paare gebrütet.
 
 
 
 
Nachtlager gegen Bestäubung gesucht
 
Abends ist "Sperrstunde"
 
 
Foto: NABU/Jost Einstein
Im Juni blüht die Trollblume, eine Verwandte des Scharfen Hahnenfußes. Die kugelrunden Blütenblätter schließen nachts nach innen dicht zu. Nur bei Sonne öffnet sich über der Narbe ein kleiner Zugang, durch den sich Fliegen und Käfer zwängen. Mitgebrachten Pollen laden sie dabei auf der Narbe ab. Die„Gegenleistung“ für die Bestäubung ist ein sicheres Nachtlager in der Blüte, denn abends ist „Sperrstunde“. 
 
 
 
Baldrian: Traditionelle Heilpflanze
 
Blütezeit im Moor
 
 
Foto: NABU/Jost Einstein
Jetzt blühen auf den Feuchtwiesen rund um den Federsee interessante alte Heilpflanzen. Der Baldrian zum Beispiel ist ein klassisches Beruhigungsmittel, zu sehen entlang der Gräben zwischen Federseeparkplatz und Banngebiet Staudacher. 
 
 
 
Sumpfschwertlilie
 
Gelbe Verwandtschaft der lila Iris
 
 
Foto: NABU/Jost Einstein
Eine große intensiv gelbe Blüte auf einem langen derben Stängel: das ist die Sumpfschwertlilie, die im Juni entlang vom Federseesteg, am Ufer und in den Gräben blüht. Diese Pflanze ist optimal an ihren feuchten Standort angepasst: Veränderungen des Wasserstandes trotzt sie mittels großer Lufträume in den Blättern. Auch in den schwimmfähigen Samen befinden sich große luftgefüllte Hohlräume. 
 
 
 
Rosmarinheide
 
Griechische Schönheit im Übergangsmoor
 
 
Foto: NABU/Jost Einstein
Was aussieht wie ein „Kraut“, ist in Wahrheit ein immergrüner Zwergstrauch aus der Familie der Heidekraut-Gewächse: die Rosmarinheide. Sie blüht mit winzigen rosa Glöckchenblüten. Der wissenschaftliche Name Andromeda polifolia ist der griechischen Mythologie entlehnt: Andromeda war die Tochter des äthiopischen Königs Kepheus und der Kassiopeia. 
 
 
 
Grille oder Vogel?
 
Der Feldschwirl-Gesang täuscht
 
 
Foto: NABU/Jost Einstein
Grille oder Vogel – nicht zu verwechseln, meint man. Oder doch? Aus den Streuwiesen am Beginn des Stegs hört man im Frühjahr ein anhaltendes Zirpen. Aufgepasst, der Musikant ist nicht immer eine Grille – es kann auch der in B-W stark gefährdete Feldschwirl sein, denn beide Arten kommen dort vor. Eine weitere Überraschung erlebt man, wenn man auf die Uhr schaut und misst, wie lang ein Feldschwirl ohne Pause singt. Wann holt der kleine Kerl eigentlich mal Luft? 
 
 
 
Mehr Tipps für den Juni
 
 
Neues aus dem Naturschutz
 
 
Schwarzkehlchen hat sich etabliert
 
Mittlerweile rund 50 Paare
 
 
Foto: Klaus Mendla
Seit einigen Jahren hat sich am Federsee das Schwarzkehlchen etabliert. Es besiedelt einen ähnlichen Lebensraum wie die verwandte Charakterart des Federseemoores, das Braunkelchen: reich strukturierte Brachflächen mit bodennaher Deckung zur Nestanlage, einer vielfältigen Krautschicht zur Nahrungssuche und höheren Einzelstrukturen als Singwarten.
 
 
 
 

Frühjahr ohne Frühling

Kälte, Gewitter, Windböen mit örtlich sogar Hagel, Nachtfröste, dann wieder Ausreißertage mit beinahe sommerlichen Temperaturen … So ging das den ganzen Mai. Insgesamt war der Wonnemonat zu kühl und überdurchschnittlich nass. Ob und wie sich dies auf den Bruterfolg der Vögel auswirkt, wird sich noch zeigen. Die Vegetation hat sich später als sonst entwickelt.
 
 
Service für Gäste
 
 

NABU-Zentrum weiterhin geschlossen

Bis mindestens Ende der Pfingstferien bleibt das NABU-Zentrum geschlossen. Telefonisch und per Mail sind wir jedoch erreichbar. In unserer Homepage informieren wir über unseren Öffnungsstatus: www.NABU-Federsee.de
 
 
 
Die Geschichte des Federsees
 
Video-Vortrag
 
 
Dr. Herbert Schneider aus Bad Buchau hat einen umfangreichen und reich bebilderten PowerPoint-Vortrag mit dem Titel "Streiflichter aus der Geschichte des Federsees" erstellt. Er beschäftigt sich mit der eiszeitlichen Entstehungsgeschichte des Federseemoores, seiner vorgeschichtlichen Besiedlung und die Nutzung durch den Menschen. mehr
 
 
 

Dem Schilf beim Wachsen zusehen

Schilf hält den einheimischen Schnellwachs-Rekord – wetten? Überzeugen Sie davon auf der Südseite des NABU-Zentrums. Dort finden Sie eine Messlatte, auf der wir alle paar Tage den Zuwachs eines Schilfhalms unserer Schilfwachs-Station markieren.
 
 
 
Krautschau
 
Kräuter rund ums NABU-Zentrum
 
 
Foto: NABU/Kerstin Wernicke
Salbei, Thymian, Zitronenmelisse, Färberwaid, Königskerze, …
Rund um das NABU-Zentrum können Sie im Bereich unseres Wildbienenhauses einige für Wildbienen und andere Insekten interessante Pflanzen kennenlernen. Hinweise gibt die Kreidebeschriftung auf dem Pflaster. 
 
 
Umweltbildungsangebote
 
 

Wir stehen in den Startlöchern

Noch wissen wir nicht, wann wir wieder Führungen anbieten dürfen – aber wir stehen in den Startlöchern und informieren auf unserer Homepage, wenn es soweit ist. Sobald wir wieder Führungen anbieten können, kommunizieren wir dies in unserer Homepage www.NABU-Federsee.de.
 
 
Sonstiges
 
 

Klima-Pledge: Ihre Stimme für die Zukunft

Wasservorräte werden knapp, Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht, Böden vertrocknen. Die nächste Bundesregierung muss die Weichen für eine lebenswerte, gesunde Zukunft für uns alle stellen. Zusammen mit anderen Umweltverbänden ruft der NABU dazu auf, mit einem persönlichen Wahlversprechen zu zeigen, dass für Sie Klima- und Naturschutz wichtig sind. 

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NABU-Naturschutzzentrum Federsee
Federseeweg 6
88422 Bad Buchau
Telefon 0 57 82-15 66
info@NABU-Federsee.de
www.NABU-Federsee.de
 
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